Glaubenszeugnisse - Bekehrungen -Erleuchtung



 
 

Bekehrung des Paulus

Apg 22,6  Es geschah mir aber, als ich reiste und Damaskus nahte, daß um Mittag plötzlich aus dem Himmel ein großes Licht mich umstrahlte. 7  Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 8  Ich aber antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus, der Nazaräer, den du verfolgst. 
9  Die aber bei mir waren, sahen zwar das Licht und wurden voll Furcht , aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.
10  Ich sprach aber: Was soll ich tun, Herr? Der Herr aber sprach zu mir: Stehe auf und geh nach Damaskus, und daselbst wird dir von allem gesagt werden, was dir zu tun verordnet ist.
11  Als ich aber vor der Herrlichkeit jenes Lichtes nicht sehen konnte, wurde ich von denen, die bei mir waren, an der Hand geleitet und kam nach Damaskus. 12  Ein gewisser Ananias aber, ein frommer Mann nach dem Gesetz, der ein gutes Zeugnis hatte von allen dort wohnenden Juden, 13  kam zu mir, trat herzu und sprach zu mir: Bruder Saul, sei sehend! Und zu derselben Stunde schaute ich zu ihm auf.
14  Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich zuvor bestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und eine Stimme aus seinem Munde zu hören.
15  Denn du wirst ihm an alle Menschen ein Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast 16  Und nun, was zögerst du? Stehe auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.
 

Verleugnung und Reue des Petrus - neue Beauftragung

Luk 31  Der Herr aber sprach: Simon, Simon! siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. 32  Ich aber habe für dich gebetet, auf daß dein Glaube nicht aufhöre; und du, bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder.
33  Er aber sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.34  Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du mich kennest.
Lu 22:34  Jesus aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du mich kennest. Mt 26:33  Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern.

Lu 22:54  Sie ergriffen Jesus und führten ihn hin und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.
Lu 22:55  Als sie aber mitten im Hofe ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus in ihre Mitte. ....
Lu 22:58  Und kurz danach sah ihn ein anderer und sprach: Auch du bist einer von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch, ich binís nicht.
Lu 22:60  Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.
Lu 22:61  Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an; und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er zu ihm sagte:  Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
Lu 22:62  Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

nach der Auferstehung
Joh 21:15  Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn Jonasí, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmlein.
Joh 21:17  Er spricht zum dritten Male zu ihm: Simon, Sohn Jonasí, hast du mich lieb? 
Petrus wurde traurig, daß er zum dritten Male zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alles; du erkennst, daß ich dich lieb habe
Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe.


 
 
* Der Überfall Gottes
Paul Claudel: Meine Bekehrung
1 Thess 5,16-24 *

* Es war der 25. Dezember 1886, morgens, als der junge ungläubige Dichter Paul Claudel (1868-1955) in Paris aufbrach, um dem Weihnachtshochamt in der Kathedrale Notre Dame beizuwohnen. Er dachte  sich, die Weihnachtsliturgie sei für seine schriftstellerische Tätigkeit
ein geeignetes Reizmittel und liefere ihm den Stoff für ein paar dekadente Übungen. "In dieser Verfassung wohnte ich, von der Menge gestoßen und gedrückt, dem Hochamt bei, ohne sonderlich Gefallen daran zu finden." Da er nichts Besseres zu tun hatte, kam er am Nachmittag zur Vesper wieder dorthin. Er stand mitten in der Menge, nahe beim zweiten Pfeiler am Choranfang, rechts auf der Seite der Sakristei. Der Knabenchor sang gerade das Magnificat. Da auf einmal geschah etwas Unerwartetes, das für das ganze Leben des Dichters bestimmend sein
sollte. Claudel schildert dieses unvorhersehbare Ereignis so:

"In einem Nu wurde mein Herz ergriffen, ich glaubte. Ich glaubte mit
einer so mächtigen inneren Zustimmung, mein ganzes Sein wurde geradezu
gewaltsam emporgerissen, ich glaubte mit einer so starken Überzeugung,
mit solch unerschütterlicher Gewissheit, daß keinerlei Platz auch nur für
den leisesten Zweifel offen blieb, dass von diesem Tage an alle Bücher,
alles Klügeln, alle Zufälle eines bewegten Lebens meinen Glauben nicht
zu erschüttern, ja auch nur anzutasten vermochten. 
Ich hatte plötzlich das durchbohrende Gefühl der Unschuld, der ewigen Kindschaft Gottes, das Gefühl einer unaussprechlichen Offenbarung. 
Schon öfter habe ich den Versuch angestellt, die Minuten zu rekonstruieren, die diesem außergewöhnlichen Augenblick folgten; dabei stoße ich auf eine Reihe von Elementen, die indessen nur einen einzigen Blitz bildeten, eine einzige Waffe, deren die göttliche Vorsehung sich bediente, um endlich das Herz eines armen verzweifelten Kindes zu treffen und sich den Zugang zu ihm zu verschaffen: 'Wie glücklich doch die Menschen sind, die einen Glauben haben! Wenn es wirklich wahr wäre? Es ist wahr! Gott existiert, er ist da. Es ist jemand, es ist ein ebenso persönliches Wesen wie ich! Er liebt mich, er ruft mich.'"

Claudel veranschaulichte diesen Zustand völliger Fassungslosigkeit mit dem Zustand eines Menschen, den man kurzerhand aus seiner bisherigen Haut herausgerissen - und in einen ihm noch fremden Körper hineinversetzt hatte. Wie hätte er sich darin zurechtfinden können? Vier
leidvolle Jahre sollte es dauern, bis der von Gott Überfallene seine bisherigen Ansichten, Erkenntnisse und philosophischen Überzeugungen mit diesem neuen Zustand dem Zustand des Glaubens, in Einklang gebracht hatte. Diese geistige Auseinandersetzung glich einem Kampf auf Leben und Tod: "Junge Menschen, die so leichtfertig ihren Glauben wegwerfen, wissen nicht, was es kostet, ihn wiederzuerlangen, mit was für Qualen sie dafür bezahlen müssen. Der Gedanke an die Hölle und auch der Gedanke an all das Schöne und die Freuden, die zu opfern meiner Meinung nach die Rückkehr zur Wahrheit mir auferlegte, waren es vor allem, die mich
zurückhielten."

Paul Claudel, Der Strom, Ausgewählte Prosa, Ullstein Bücher Nr. 45, Frankfurt a. M. 1955, S. 172ff.

Paul Claudel war in einer religiös gleichgültigen Familie aufgewachsen. Die Feier der Erstkommunion war zugleich Höhepunkt und Schlußpunkt seines religiösen Lebens. Durch seine freidenkerischen Lehrer, die ihn am Gymnasium unterrichteten, fühlte er sich in seinem Unglauben
bestätigt und ermutigt. Mit achtzehn Jahren glaubte er, was die meisten seinerzeit glaubten: "Ich glaubte, alles sei ,Gesetzen' unterworfen und diese Welt sei eine Verkettung von Ursachen und Wirkungen, die die Wissenschaft bereits übermorgen entwirren würde. All das kam mir im
übrigen sehr betrüblich und höchst unbefriedigend vor (...) Im übrigen führte ich ein unmoralisches Leben und verfiel nach und nach in einen Zustand der Verzweiflung" (171f). 

Mit seinem Glauben an Gott hatte der junge Dichter also auch seine innere Freiheit, seine Freude und seinen Frieden verloren. Ruhelosigkeit und Betäubung waren für ihn zur Gewohnheit geworden. Das war die innere Verfassung, in der er am  Nachmittag des ersten Weihnachtstages aus Langeweile erneut die mit Menschen gefüllte Kathedrale Notre Dame zu Paris aufsuchte und
plötzlich, mitten in der Menge stehend, ein so durchgreifendes Erlebnis hatte, daß es für sein ganzes Leben bestimmend sein sollte. Gott hatte ihn, den einen unter vielen, gesehen und ergriffen. Der Ahnungslose war durch diesen Überfall zutiefst erschüttert worden.

Claudel erlebte den plötzlichen Zugriff Gottes wie einen Blitz. Er schaute auf einmal in ein Licht, das ihm, dem Ungläubigen und Verzweifelten, unbedingte Klarheit und Gewißheit gab und alle Zweifel ein für allemal ausräumte. Unvermittelt wurde er auf eine neue Ebene gestellt, auf die Ebene des Glaubens. In ihm sah Claudel fortan den Inbegriff seines Lebens und seines künstlerischen Schaffens. Er war für ihn das einzige, was selbst durch ein bewegtes Leben nicht erschüttert werden konnte. Der so leicht zu erschütternde Mensch wird zu einem
Unerschütterlichen kraft seines überzeugten Glaubens. 

Freut euch zu jeder Zeit. Betet, ohne nachzulassen. Dankt für alles; denn das will Gott von euch, weil ihr Christus Jesus gehört. Löscht den Geist nicht aus. Verachtet prophetische Worte nicht. Prüft alles und behaltet das Gute. Meidet das Böse in jeder Gestalt. Der Gott des Friedens aber heilige euch durch und durch; unversehrt bleibe euer Geist, eure Seele und euer Leib, damit sie ohne Tadel sind bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist Gott, der euch beruft. Er wird es tun.
1. Thessalonicherbrief 5,16-24 ***

vgl. http://www.zum.de/Faecher/kR/BW/bibellit/texte/t119.htm
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weiteres http://kath-roe.de/alt/zeugnisse.html

http://www.weg-vallendar.de/?id=glaubenszeugnis&dat=1239746400

http://www.gott-lebt.de/ Ein konvertierter Priester aus der charismatischen Erneuerung gibt Zeugnis von seiner Erfanrung
 


 
Aus dem Bericht des Pilgers von Ignatius von Loyola  (hg. von Peter Knauer 2002 beim Echterverlag, Würzburg)

30  Fünftens: Einmal ging er aus seiner Andacht zu einer Kirche, die etwas mehr als eine Meile von Manresa lag - ich glaube, sie heißt St. Paul -, und der Weg geht den Fluß entlang. Und während er so in seinen Andachten ging, setzte er sich ein wenig mit dem Gesicht zum Fluß, der in der Tiefe ging. 
Und als er so dasaß, begannen sich ihm die Augen des Verstandes zu öffnen. Und nicht, daß er irgendeine Vision gesehen hätte, sondern er verstand und erkannte viele Dinge, ebensosehr von geistlichen Dingen wie von Dingen des Glaubens und der Wissenschaft. Und dies mit einer so großen Erleuchtung, daß ihm alle Dinge neu erschienen. 
Und es lassen sich nicht die Einzelheiten erläutern, die er damals verstand, obwohl es viele waren; sondern er empfing eine große Klarheit im Verstand, so daß ihm in der ganzen Folge seines Lebens bis über zweiundsechzig Jahre hinaus scheint: Wenn er alle Hilfen zusammenzähle, wie er sie von Gott erhalten habe, und alle Dinge, die er erkannt habe, selbst wenn er sie alle in eins zusammenbringe, habe er nicht so viel erlangt wie mit jenem Mal allein.
  Und dies bedeutete, in so großem Maß mit erleuchtetem Verstand zu bleiben, daß ihm schien, als sei er ein anderer Mensch und habe eine andere Erkenntnisfähigkeit, als er zuvor hatte.

 31  Und nachdem dies eine gute Weile gedauert hatte, ging er, sich vor einem Kreuz, das dort in der Nähe war, niederzuknien, um Gott Dank zu sagen. 
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Blaise Pascal, Mathematiker, Philosoph und Christ
Das Jahr der Gnade 1654 

Montag, den 23. November, Namensfest von St. Clemens, dem Papst und
Märtyrer, und von anderen nach dem Martyrologium. 
Vigil von St. Chrysogonus, Märtyrer, und von anderen. 

Seit etwa halb elf Uhr abends bis ungefähr halb eins, 
FEUER 
Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, 
Nicht Propheten und Gelehrte. 
Gewißheit. Gewißheit. Lebendiges Durchdrungensein. Freude. Frieden. 
Gott Jesus Christus 
Deum meum et Deum vestrum. /(Meinen Gott und euren Gott (Joh. 20, 17);
Dein Gott wird mein Gott sein - 
Vergessen der Welt und alles andern außer Gott. 
Er ist nicht zu finden, es sei denn auf den Wegen, 
die das Evangelium bezeichnet. 
Größe der menschlichen Seele. 
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt; aber ich habe dich
erkannt. 
Freude, Freude, Freude, Tränen der Freude. 
Ich habe mich von ihm getrennt - - - 
Dereliquerunt me fontem aquae vivae. /(Sie haben mich, die Quelle des
lebendigen Wassers, verlassen (Jer 2, 13); Anm.d.Verf.)/
Mein Gott, du willst mich verlassen? 
Daß ich doch nicht ewig von ihm getrennt würde! 
- - - - - 
Dies ist das ewige Leben, daß sie dich als den einzigen und wahren Gott
erkennen und den, den du gesandt hast, Jesum Christum. 
Jesus Christus - - 
Jesus Christus - - 
ich habe mich von ihm getrennt; ich habe ihn geflohen, verleugnet, gekreuzigt. 
Daß ich doch niemals von ihm getrennt würde! 
Du behältst ihn nicht, es sei denn auf den Wegen, die das Evangelium
bezeichnet. 
Völlig süßer Verzicht. 
Völlige Unterwerfung unter Jesus Christus und unter meinen Seelenführer. 
Ewig in Freude für einen Tag der Drangsal auf Erden. 
Non obliviscar sermones tuos. /Ich werde deine Worte nicht vergessen
(Psalm 118, 16); Amen.