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Joh 19:26  Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!  Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! 
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Gespräch mit Maria, der Mutter Jesu Christi

Maria, Du meine Mutter?

Es fällt dir schwer, damit umzugehen? Ich will es dir erklären, aufhellen in dir. Darf ich dir Mutter sein?
 
- wie soll ich das verstehen?
Du möchtest doch aus Gott geboren sein.
 
Ja, was hat das mit dir zu tun?
Ich habe Jesus, den Sohn Gottes im Glauben empfangen, in mir getragen, geboren, begleitet, sterben gesehen - und dadurch tiefer das Geheimnis Gottes erspürt, 
 
Das möchte ich auch. kannst du mir dabei helfen?
Du kannst das nicht aus dir heraus, du musst dich darauf einlassen, einfach vertrauen, dich Gott anvertrauen, bei ihm ist kein Ding unmöglich. Ich bete für dich, dass du das immer mehr kannst, bei ihm ist kein Ding unmöglich. Bist du bereit dafür?
 
Wenn du sagst, dass dies der einzige Weg ist, will ich es versuchen.
Lass alles hinter dir, vertrau dich dem Gott an, bei dem kein Ding unmöglich ist.
 
Du bist ihm begegnet und er hat dich bereitet?
Ja, und er will auch dich bereiten, dich zum Gefäß seiner Gnade machen,  in dir wirken, glaub es mit ganzem Herzen.
 
Reicht das?
Ich habe seine Liebe erfahren, ich kann es dir bezeugen, schau mich an,  und du wirst zu Jesus finden, der in mir Mensch geworden ist. Und ich liebe ihn mit ganzem Herzen, darum weiß ich, dass er jeden, der sich nach ihm sehnt, an sich zieht, 
er sagt es ja selbst, "wenn ich erhöht bin, dann werde ich alle an mich ziehen", höre auf ihn.
 
Das klingt wunderbar. Wer bist du?
Ich bin ganz von seiner Liebe und Gnade erfüllt, ich darf immer bei ihm sein und allen helfen, zu ihm zu kommen, ja ich bin seine Helferin, seine Magd. Ich bin die Sophia, die Weisheit Gottes von Anbeginn her, Ich bin die Tochter Sion, ich bin Maria, ich bin die Kirche, deswegen bin ich vor Pfingsten mit im Abendmahlsaal in Erwartung seines Geistes, der alle erfüllte. Geh mit mir und du wirst ihn schauen, höre auf seine Worte. 
Er, das Wort, hat in mir Fleisch angenommen, denke darüber nach, was das bedeutet, 
dass Gott klein wird wie ein Kind, bewege es in deinem Herzen. 
 
Danke, Maria, du bist wirklich voller Gnade, bitte für mich. Amen
gh.
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Biblische Botschaft:
"MARIA, URBILD DER KIRCHE: BRAUT UND MUTTER. 
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Das Thema "MARIA UND KIRCHE" als Fortführung und Akzentuierung 
des Bund- und Brautmotivs.
Bei Ignatius: 
- im Pilgerbericht:
Kurz nach seiner Genesung bricht Ignatius zum Montserrat auf, wo er vor der
Gottesmutter seine Waffen niederlegt. - Eine Erscheinung der Gottesmutter
ermutigt und befreit ihn zu einem Leben in vollkommener Keuschheit. PB10

- im Exerzitienbuch:
- Beim dreifachen Zwiegespräch am Ende der Sündenbetrachtung der 1. Woche:
  mit Maria zum Sohn gehen. EB 63
- Als die 3 göttlichen Personen über die Menschwerdung beraten. EB 102
- Beim dreifachen Zwiegespräch der Bannerbetrachtung: Maria um die Gnade
  bitten, dem Herrn besser dienen zu können. EB 147
.Bei der Passion und Auferstehung (die Bibel berichtet so nicht darüber,
aber für Ignatius' kann der fromme Sinn auch Unausgesprochenes wahrnehmen -
 pie licet meditari). - Maria harrt am Kreuz aus bis zum Letzten. Sie ist bei der 
Kreuzesabnahme anwesend. Sie begegnet dem Auferstandenen. EN 299

Bei dem Thema "MARIA UND KIRCHE" geht es um die Vermittlung des Glaubens.
wir stehen nicht nur als Einzelne vor Gott, sondern sind eingefügt in eine
Glaubenserfahrung. Die Eltern haben uns z. B. das Beten gelehrt. Unser Glaube
ist vermittelt, auch wenn jeder einzelne unmittelbar vor Gott steht.

Es gibt 4 Kreise in der Vermittlung:

1. Im AT schliesst Gott einen Bund mit seinem Volk.

2. Am Schnittpunkt zum NT wird Gott Mensch in Maria. Dabei schafft Gott selbst
die Vorbedingung seines Kommens. Selbst das Ja der Gottesmutter ist ein vor-
bereitetes Ja, -d ie Menschwerdung Gottes geht nicht von uns aus. Maria ist
der Ermöglichungsgrund, den Gott selbst bereitet.
Wie ist es möglich, dass die Kirche Maria als Urbild betrachtet? -Unser
Bild von Kirche kann einseitig sein, wenn wir z. B. nur die Amtskirche
sehen oder nur die allzumenschliche Kirche oder das Organisatorische. Es ist
nötig, dass wir zum Geheimnis, zur lebendigen Wirklichkeit der Kirche
vorstossen. Diese Wirklichkeit zeigt sich uns im Blick auf Maria; sie ist
Bild der Kirche, weil sich in ihr verdichtet, was Kirche ist: 

- Maria ist die, die das Wort Gottes hört. Das betrifft uns alle: wir alle
müssen uns vom Hören her bestimmen lassen.
- sie bewahrte und bewegte alles in ihrern Herzen. - Es braucht die Zeit
des Wachsens, der Verinnerlichung. Warten und sich wie von einern Sauerteig
durchdringen lassen.
- Das Hören führt zum Gehorchen und Tun des Gehörten: Maria spürt, was
dran ist, zu tun ist (vgl. z. B. in Kana). Aber im Tun ist sie am Herrn
orientiert: "was ER sagt, das tut". - Ein erneutes Hören ist immer wieder
nötig, dann das Tun.

3. Maria geht mit dem Herrn den Weg zum Kreuz, den Weg des wachsenden Verste-
hens und Lernens durch das Erleiden hindurch und die Treue bis zum Kreuz
(die Jünger fliehen). In der gegenseitigen Uebergabe von Johannes und Maria
geschieht das Werden der Kirche. - Wir sind aufeinander verwiesen; einer
trage des anderen Last.

4. Die Verdichtung der Vermittlung geschieht im Kreuzpunkt. Am Kreuz öffnet
sich der neue Kreis "für alle Völker". Maria ist die Frau aller Völker, die
Kirche aus vielen Völkern. - Die Kirche muss auf Maria schauen, um immer
neu ihre Vermittlerfunktion anzuerkennen und nicht ihre Herrscherfunktion
zu betonen.
 

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